Der Sieg im Großen Preis des Saarlandes, den der TRV Heiligenwald im Rahmen seines viertägigen Dressur- und Springturniers austrug, ging an Profispringreiter Stefan Abt vom Dockendorfer RC, einem Verein in der Nähe von Bitburg. Sechs der 18 angetretenen Paare hatten es in dem S***-Springen, dem Höhepunkt des vom 30. Juli bis 2. August dauernden Freilandturniers, ins Stechen geschafft. Mit Angelique und seinem 44,98 Sekunden schnellen Nullfehlerritt erritt sich der gebürtige Saarländer, der zuvor schon ein S**-Springen gewonnen hatte, souverän die goldene Schleife und das damit verbundene Preisgeld von 2500 Euro.
Hinter Abt belegte das saarländische Talent Anuschka Zewe den zweiten Platz. Auf Mon Amour absolvierte die erfolgreiche Reiterin vom RV Schaumberg den zweiten Umlauf fehlerfrei, blieb aber mit 50.04 Sekunden deutlich hinter Abt zurück. Mit Silk Thread und vier Fehlern in 46,63 Sekunden holte sich Gastreiterin Liette Thiry von der Societe Hippique Rurale, die zuvor schon mit dem einzigen Nullfehlerritt ein S**-Springen gewonnen hatte, hier Rang drei. Im ersten S*-Springen siegte Jan-Frederic Wömpner (RFV Jägerhof Biblis), im zweiten dann Marcus Wenz (RFV Niederzeuzheim). In den beiden S*-Dressuren verteidigte Lokalmatadorin Andrea Sauer mit einem doppelten Heimsieg auf Excalibur F die Ehre des Gastgebers TRV Heiligenwald. hch
Quelle: Saarbrücker Zeitung, Lokalteil NK, 05.08.09
Spannender hätte der Wettstreit um den Sieg im S***-Springen, dem krönenden Abschluss des großen Dressur- und Springturniers beim TRV Heiligenwald, kaum sein können. Denn im Stechen traten nicht nur Axel Pelz (RV Gosserweiler-Stein) und Michael Wittschier (RSG Prüm) gegeneinander an. Auch Reitprofi Stefan Abt (Dockendorfer RC) und seine beiden Schülerinnen Liette Thiry (Societe Hippique Rurale) und Anuschka Zewe (RV Schaumberg) standen sich plötzlich als Konkurrenten gegenüber.
Am Ende blieben nur zwei Paare fehlerfrei und machten das Springen unter sich aus - Abt und Zewe, Lehrer und Schülerin. Da jetzt die schnellere Zeit zählte und sich der Berufsreiter auf Angelique einen Vorsprung von 5,06 Sekunden erritten hatte, ging der Sieg in diesem mit 12 000 Euro dotierten und vom Ministerium für Inneres und Sport gesponserten Springen der schweren Klasse an ihn. Seine saarländische Schülerin belegte mit Mon Amour gleich hinter ihm Platz zwei und wurde zudem mit Paulin noch Fünfte. Dritte wurde Thiry, ebenfalls Schülerin von Abt, die mit Silk Thread im Stechen einen Abwurf kassierte. „Da ich gebürtiger Saarländer bin, ist dieses Springen natürlich eine besondere Herausforderung für mich und der Sieg macht mich wirklich stolz“, so der Profi, der mit Prins van de Kapel zuvor schon ein S**-Springen gewonnen hatte. Zewe gönnte ihrem Lehrmeister den Erfolg: „Ich freue mich sehr für ihn, weil er ein guter Trainer und ein toller Reiter ist.“ Seit sie 1999 ihr erstes Pony bekam, ist Abt ihr Ausbilder und hat sie regelmäßig trainiert. „Es gab zwar mal eine Pause, als er im Ausland war, aber seit rund drei Jahren kommt er wieder einmal wöchentlich zu uns nach Tholey,“ erzählte die sympathische Saarländerin. Da Abt für sie Vorbildfunktion hat, will die 21-jährige Studentin auch in Zukunft mit ihm trainieren: „Er reitet nicht nur perfekt, sondern gibt sich auch beim Unterricht viel Mühe und durchdenkt alles ganz genau.“ Dass sie auf Turnieren oft gegeneinander antreten müssen, ist für sie kein Problem. „Wir gönnen einander ja den Erfolg“, sagt Zewe, die in diesem Jahr in Dockendorf bereits ein S**-Springen gegen ihn gewann. Nach der letzten Siegerehrung war Manfred Läpple, Vorsitzender des TRV Heiligenwald, erleichtert: „Da man uns quasi zur Ausrichtung dieses Turniers überredet hat, ist jetzt eine schwere Last von mir gefallen. Ich bin stolz, dass mein Team das Ganze so problemlos gestemmt hat.“ Auch der Präsident des Pferdesportverbandes Saar, Karl-Heinz Groß, lobte: „Da dies der sportliche Teil unseres 50-jährigen Verbandsjubiläums war, lag uns ein gelungener Ablauf sehr am Herzen. Deshalb danke ich dem Veranstalter für die ideale Umsetzung. Organisatorisch und platztechnisch hat er dem Großen Preis des Saarlandes einen würdigen Rahmen gegeben.“
26 Dressur- und Springprüfungen bis zur schweren Klasse fanden von Donnerstag, 30. Juli, bis Sonntag, 2. August, auf der Reitanlage am Sachsenkreuz statt. Neben Anke Harz, die mit ihrer Lucca zwei L-Springen gewann, holte auch Andrea Sauer mit ihrem Excalibur F zwei goldene Schleifen für den Gastgeberverein. Sie erritt sich die beiden ersten S-Siege ihrer Reiterkarriere. „Das haben wir gebührend gefeiert“, verriet die Gewinnerin strahlend. hch
Quelle: Saarbrücker Zeitung, Lokalteil WND, 06.08.09 / Lokalteil HOM, 07.08.09 / Lokalteil IGB, 07.08.09