Diese bundesweit anerkannte Weiterbildung zum „Berittene/r Naturführer/in“ richtet sich an Berittführer/innen (FN) und Geländerittführer/innen der VFD. Ziel der Ausbildung ist es, entsprechend qualifizierte Berittführer/innen (FN) oder/und Geländerittführer/innen (VFD) auf die Führung von Reitern, mit Anspruch auf Naturverständnis durch sachkundige Wissensvermittlung, vorzubereiten. Gefördert wird die Ausbildung im Rahmen des Projektes „Regio-Akademie“ an der Volkshochschule Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz. Kooperationspartner sind die Landesforsten, der Verein für Naturforschung und Landespflege, Pollichia e.V. und die Initiative Grenzlandreiter. Diese Wissensvermittlung soll nachhaltig sein und dem Schutz der Natur dienen. ,Dieses Erlernen, Erfahren, BeGreifen, Erkennen wird nicht durch trockene Referate, sondern über Erlebniswelten, die von den Berittenen NaturführerInnen angeboten werden, vermittelt. Täglich reiten Freizeitreiter durch unsere Landschaften, die Fauna und Flora. Doch wie kam es zu diesen Landschafts-bildern…? Wieso, weshalb, warum? Wir als Berittene Naturführer/Innen haben die Aufgabe den InteressentInen die Sinne zu schärfen und mit den erlernten pädago-gischen methodischen, didaktischen Mitteln alle Wahrnehmungskanäle zu stimulieren, um die Natur, wie sie sein sollte, zu lieben, zu achten und nachhaltig zu beschützen. Dabei dürfen der Spaß und die Kreativität nicht zu kurz kommen.
Wir sind 13 TeilnehmerInnen aus 5 Bundesländern.
Die Ausbildung umfasst 120 Unterrichts-einheiten ohne Pferd, die fortlaufend an acht Wochenenden auf Gut Hohenberg bei Annweiler/Trifels angeboten werden. Die TeilnehmerInnen sind hauptsächlich FreizeitreiterInnen mit unterschiedlichen Reit- und teilweise auch Fahrstilen. Eines haben sie jedoch gemeinsam. Eine unbändige Neugier auf die Natur und leicht erkennbare Führungsqualitäten.
, Bei uns kamen die Referenten oft nicht zum Schluss, da die Unterhaltung in den Abendstunden munter weiter ging. ,Der Seminarbauernhof Gut Hohenberg in Queichhambach hat den Seminarraum direkt neben der offen gestalteten Küche und bei schlechtem Wetter wurde abwechselnd während des Vortrages gekocht. Bei trockenem Wetter fand vieles draußen statt, so auch unsere Exkursionen durch den Pfälzer Wald. Leckere Rezepte aus und mit der Natur sowie Kochmöglichkeiten am Lagerfeuer wurden rege ausgetauscht und probiert. Die namhaften Dozenten vermittelten uns Kulturgeschichte und naturkundliche Zusammenhänge aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes. Organisatorisches, rechtliche Grundlagen sowie Öffentlichkeitsarbeit kamen auch nicht zu kurz. Wir erlebten eine Kommunikationstrainerin, die uns Projektarbeit anhand des Phasenmodells XY näherbrachte. Wir entwickelten als Hausarbeit eigene Projekte im Team. , Die Absprachen gingen per Mails hin und her. So erlernten wir auch notgedrungen den Umgang mit unseren Computern als wichtiges Kommunikationsmittel. Sie gab uns auch handfeste Steuerungsmechanismen in die Hand, wie man z.B. eine Konfliktsituation meistert. Speziell geschulte Förster/Innen brachten uns Konzepte zur Umweltpädagogik mit Hilfe von kooperativen Spielen, Interaktions- und Erlebnispädagogische Methoden, bei. Wahrnehmungsspiele wie „Kim- Spiele“ und Naturerfahrungsspiele, kreatives-, künstlerisches Gestalten mit Naturmaterialien, Abenteuerspiele (Initiativ- und Problemlösungsspiele), sowie Sagen Märchen und Geschichten über Pflanzen und Tiere machten uns selbst großen Spaß. ,Wir entdeckten wieder das Kind in uns und somit auch den Blick für das Wesentliche. Mit einem Lupenglas und einem Netz erkundeten wir Kleinstlebewesen. Die großen Tiere sahen wir ausgestopft oder als Skelett. So kamen wir den Tieren aber zum Anfassen nah. Ein Dozent meinte, dass man bei einer Führung maximal 5-10 Pflanzen oder Tiere vorstellen sollte. Wir hatten aber gelernt, dass das für uns nicht galt. Also machten wir Arbeitsteilung. 2 TeilnehmerInnen fotografierten die Naturobjekte und 2 schrieben mit. Die anderen stellten Fragen. So zählte ich bei einem Tagesausflug 92 verschiedene Pflanzen, Farne, Moose, Gräser und Bäume. Am Abend setzten wir uns zusammen und beschrifteten die Fotos und erstellten manchmal eine Mitschrift. ,Dies speicherten wir dann für jeden Teilnehmer auf einen Stick oder CD (Soviel kann man sich einfach nicht merken). Dadurch haben wir ein Nachschlagewerk, was uns in Zukunft noch sehr helfen wird. Dies würde ich auch jeder nachfolgenden Naturführerin empfehlen. Ich habe diese Wochenenden sehr genossen und unter den TeilnehmerInnen auch Freundschaften geschlossen. Es gab für mich viel Neues und Unbekanntes wie die Paläogeographie, Geologie, usw. Dennoch war es spannend etwas darüber zu erfahren und die Zusammenhänge zu erkennen. Natürlich wurde alles am Beispiel des „Pfälzer Waldes“ festgemacht, aber wir bekamen Hilfsmittel und Informationsquellen, um in unserer „Heimat“ zu recherchieren. Das nächste Treffen wird zur Prüfung sein. Sie dauert 30 min, mündlich, in Form einer Naturführung (ohne Pferd) und macht 60 % der Prüfung aus. Für die restlichen 40 % wird eine Hausarbeit bewertet, die 10 beschriftete Seiten über ein Thema des Fächerkanons geht. Also Pflanzen/Tierart, einer geologischen oder kulturell/historischen Gegebenheit, oder die Beschreibung wie man mit einer bestimmten Zielgruppe umweltpädagogisch arbeitet. Nächstes Jahr findet wieder eine Fortbildung zur „Berittenen NaturführerIn“ statt.
TeilnehmerInnen aus 5 Bundesländern:
1-Jauss Cornelia, 2-Schrag Kristine, 3-Eis Andrea, 4-Struppi Luise, 5-Susanne Vorländer, 6- Reinhardt Birgit, 7-Junginger Fritz, 8-Neumann Ulrike, 9-Landgraf Tom, 10-Dehe Silke, 11-Roessiger Heike, 12-Cornelius Bischoff, 13 Reinhardt Wilfried.
Wer Interesse hat daran teilzunehmen, es gibt Infos unter:
regio-akademie.de/naturfuehrer.htm
oder direkt Volkshochschule in Neustadt an der Weinstraße. Ihre Ansprechpartnerin ist Antje van Look, Projektleitung, Hindenburgstraße 9a, 67433 Neustadt an der Weinstraße, Tel. 06321 855-583
E-Mail: antje.van-look@vhs-nw.de
Dieser Bericht wurde geschrieben von Heike Roessiger, saarländische Teilnehmerin an der Fortbildung „Berittene Naturführerin“.
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natur-mit-Pferd.de
Nähere Infos zu der Autorin: h_roessiger@gmx.de