Pferdesportverband Saar

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18.09.07 21:00

Felix Schneider sicherte sich den SM-Titel und das "Goldene"

 

Bis dato zwölf Siege in Springprüfungen der schweren Klasse, amtierender Saarlandmeister im Springen bei den Jungen Reitern, Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft und Träger des Goldenen Reitabzeichens (Verleihung beim "Großen Preis d.Saar")- Die derzeitige Erfolgsbilanz von Nachwuchstalent Felix Schneider, der mittlerweile zu den besten Springreitern im Saarland gehört, kann sich sehen lassen. Gerade 18 Jahre jung, gehört er im Parcours schon zu den alten Hasen und ist Kennern der saarländischen Reitsportszene längst ein Begriff. Seine Liebe zu den Pferden und sein Talent fürs Reiten wurden ihm quasi in die Wiege gelegt. „Ich habe bereits mit zwei oder drei Jahren zum ersten Mal auf einem Pferd gegessen“, erinnert er sich. Da die Eltern seinen Faible für den Pferdesport von Anfang an wohlwollend förderten, wurden seine Ambitionen gleich in die richtige Richtung gelenkt. „Meine ersten Turniererfahrungen habe ich in der Führzügelklasse gesammelt. Dann bin ich in Jugendreiterprüfungen gestartet“, erzählt Schneider schmunzelnd. Danach sei er erst einmal längere Zeit E-Springen geritten. Sein Vater habe damals immer großen Wert auf die gute Ausbildung der Pferde gelegt, da die Qualität des Pferdematerials maßgeblichen Einfluss auf die schnelle und vor allem erfolgreiche Weiterentwicklung des Reiters habe. Das Nachwuchstalent ist überzeugt: „Wenn die Pferde nicht gut ausgebildet sind, kann der Reiter auf ihnen nichts Positives lernen. Ich wäre heute sicher auch nicht auf diesem Ausbildungsstand, wenn ich auf schlecht gerittenen Pferden gelernt hätte.“ In den Jahren 1990/ 91 erbaute sein Vater in Tholey eine Reitanlage mit drei Stallungen und einem Reitplatz. Mittlerweile ist die Anlage geteilt und wird sowohl von Familie Schneider als auch von Familie Zewe, deren Tochter Anuschka ebenfalls zu den aufsteigenden Sternen unter den saarländischen Springreitern gehört, genutzt. Um die Trainingsmöglichkeiten - vor allem im Winter - zu verbessern, hat Familie Zewe neben Stallungen und einem weiteren Außenplatz auch eine Reithalle dazu gebaut. Schneider: „Wir dürfen die Halle mitbenutzen, was bei schlechtem Wetter wirklich von Vorteil ist.“  Dass das Sprichwort „Ohne Fleiß kein Preis“ mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit enthält, hat der junge Tholeyer mit dem sympathischen Lächeln bereits als Kind begriffen. So lernte er schon früh, dass einem nichts in den Schoß fällt und Extravaganzen stets Extraleistungen bedürfen. Regelmäßig musste er neben der Schule und dem Reiten auch bei der Stallarbeit helfen. Schneider: „Ich war immer mittendrin und bin da so langsam reingewachsen.“ Heute widmet er sich zusätzlich mit viel Einsatz und Geduld dem Beritt der Nachwuchspferde. Zudem besucht das Nachwuchstalent derzeit die Fachoberschule Wirtschaft, um dort das Fachabitur abzulegen. „Es ist nicht auszuschließen, dass ich Berufsreiter werde, aber ich möchte mir auch andere Möglichkeiten offen halten“, erklärt der 18-Jährige. Er wisse ja schließlich nicht, wie es in Zukunft um den Erfolg seiner Reiterei bestellt sei. Außerdem könnte er ja auch auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalles möglicherweise nicht mehr zum Reiten in der Lage sein. Schneider: „Dann habe ich wenigstens etwas in der Hand und könnte notfalls umsteigen.“ Auch seine Eltern, die ihn sowohl schulisch als auch reiterlich unterstützen, befürworten dies. Neben der Schule steht natürlich täglich das Reittraining auf dem Programm. Schneider: „In der Regel reite ich jeden Tag vier bis fünf Pferde. Entlastet werde ich dabei vor allem von meinem Vater und einigen Mädchen, die uns helfen.“ Manchmal reite er aber auch nur ein Pferd oder auch mal gar nicht, was jedoch sehr selten vorkomme. Sein Trainingskonzept ist klar definiert: „In der Turniersaison werden unsere Pferde zuhause nur ganz wenig und dann auch nur über Gymnastiksprünge  gesprungen, weil sie ja am Wochenende meist auf Turnieren hohe Springen laufen.“ Stattdessen stünden Dressur- und Longenarbeit sowie Geländeritte auf dem Programm. Fürs Turnier habe er immer fünf oder sechs Pferde, teils eigene und teils von anderen zur Verfügung gestellte Pferde. „Momentan habe ich zum Beispiel zwei Pferde aus Norddeutschland da stehen und wir haben auch noch ein Pferd, das uns mit jemand anderem zusammen gehört“, erzählt Schneider. Sein erfolgreichstes Pferd, der zwölfjährige Schimmel Cevin, ist seit vier Jahren im Besitz der Familie. Früher wurde er noch von einem Bereiter trainiert, heute reitet er ihn selbst. Mit ihm hat er neun seiner bis dato zwölf Siege in der schweren Klasse erritten. Sowohl sein erstes gewonnenes S-Springen in Ballern als auch der zehnte S-Sieg in Kaiserslautern, mit dem er sich das Goldene Reitabzeichen verdiente, hat er Cevin zu verdanken. Schneider ist stolz auf sein Erfolgspferd: „Ich bin sehr froh, dass er immer so toll mitmacht und hoffe, dass er noch ein paar Jahre weiter Turniere mit mir läuft.“ Obwohl die beiden ein so erfolgreiches Team sind und sein Verhältnis zu Cevin sicher etwas Besonderes ist, würde er ihn nie als seinen Favoriten bezeichnen: „Ich habe kein Lieblingspferd, denn das wäre gegenüber den anderen Pferden, die sich auch immer sehr anstrengen, nicht fair.“ Während er für die ersten seiner bisherigen zwölf S-Siege noch mehr als eine Turniersaison brauchte, stand er in diesem Jahr bereits mehrere Male ganz oben auf dem Siegertreppchen. Das hat auch ihn selbst überrascht: „Jetzt ging alles sehr schnell. Mein größter Erfolg war der fünfte S-Sieg, den ich beim Preis der Besten in Warendorf erritten habe. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.“ Eine Woche danach gewann Schneider in Schwalbach bereits das nächste S-Springen. Nur zwei Wochen später holte er sich im holländischen Vierden beim Nationenpreis den siebten Sieg in der schweren Klasse. In Steinhagen startete er sogar mit einem erst siebenjährigen Pferd, das er an diesem Tag das erste und einzige Mal geritten hat. Da die Chemie zwischen Ross und Reiter dennoch stimmte, gewann er zusammen mit zwei anderen Reitern auch dieses S/B-Springen, ein Mächtigkeitsspringen. „Als der Veranstalter die Prüfung zum Wohl der Pferd beendete und drei Sieger ernannte, hatten wir bereits 2,10 Meter übersprungen. Wenn man gegen eine solche Mauer reitet und man beim Anritt nicht hinter das Hindernis sehen kann, ist das im ersten Moment schon ein komisches Gefühl“, erzählt Schneider. Da er aber bei 1,80 Meter gewusst habe, dass ihm die S-Platzierung sicher sei, habe er sich motiviert gefühlt. Er erinnert sich noch gut: „Die beste Distanz und dadurch auch das beste Gefühl hatte ich bei zwei Metern Höhe. Danach habe ich mir nicht mehr so viele Gedanken darüber gemacht.“ Den neunten S-Sieg erritt er sich Mitte Juli beim großen Reit- und Springturnier in Beckingen. Seinen zehnten Sieg in der schweren Klasse, mit dem er die Bedingungen zum Erhalt des Goldenen Reitabzeichens erfüllte, heimste Schneider in Kaiserslautern ein. Bei den Saarlandmeisterschaften in Neunkirchen schaffte er nicht nur seinen elften S-Sieg, sondern wurde zudem auch Saarlandmeister im Springen bei den Jungen Reitern. Auch in Zukunft wird das Ausnahmetalent vom RV Schaumberg sicher noch oft von sich reden machen. Ob als haupt- oder nebenberuflicher Springreiter, eine erfolgreiche Zukunft im Sattel ist Felix Schneider wohl vorherbestimmt und es ist lohnt sich sicher, seine Karriere im Springsport weiter zu verfolgen. Die offizielle Verleihung des Goldenen Reitabzeichens an ihn und das zweite junge Ausnahmetalent, die mittlerweile bereits überregional sehr erfolgreiche Springreiterin Anuschka Zewe, findet Ende September im Rahmen des großen Hallenturniers des RV Neunkirchen in Neunkirchen-Fuhrpach statt. Christina Schneider, hch 

 

 




Zu den Portraits einige Bilder

Nicole Mertz bei der WM

Felix Schneider in Illingen

Nicole mit Odinn v. Moorflur

Felix Schneider voller Freude

Nadine Mertz in den NL

Felix Schneider in Neunkirchen

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