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Julien Thielen startet bei den Pony-Europameisterschaften in England

Für Julie geht ein Traum in Erfüllung

 

Bishop Burton/Losheim. Die Losheimerin Julie Thielen startet ab morgen mit ihrem Pferd „Bad man“ bei den Europameisterschaften der Ponyreiter. Als jüngste deutsche Reiterin erhielt sie kürzlich das Goldene Reitabzeichen. Von Roland Schmidt

Nein, ein einziger Koffer reicht Julie Thielen bei ihrem England-Aufenthalt in diesen Tagen ganz sicher nicht. Bevor die 16 Jahre alte Losheimerin am Donnerstag ab 9 Uhr bei den Europameisterschaften im Ponyreiten für Deutschland um Medaillen kämpfen darf, musste vor der Abfahrt im heimischen Losheim der „Horse-Truck“ gepackt werden: Futtersäcke, Freizeitkleidung, Lebensmittel, Nationalkader-Outfits und die komplette Ausrüstung für Ross und Reiterin gingen mit auf die lange Fahrt.

Wichtigster Reisebegleiter im riesigen Pferdetransporter-Wohnmobil neben Mama Daniela, Papa Kurt und Bruder Fabio war „Bad Man“. Das Lieblingspony, mit dem Julie schon etliche Medaillen gesammelt hat und das in Bishop Burton (80 Kilometer östlich von Leeds) bei der bis dato größten Herausforderung natürlich nicht fehlen darf. „Wir kennen uns seit acht Jahren. Ich bin mit ihm aufgewachsen, und wir verstehen uns blind“, erzählt Julie und strahlt.

Beim weltgrößten Pony-Turnier in Fontainebleau legte das Erfolgsduo im April einen Gold-Ritt hin. Beim „Preis der Besten“ in Warendorf, dem ersten EM-Sichtungsturnier, sicherten sich Julie und ihr 14 Jahre alter Wallach Bronze. Das gleiche Edelmetall gab es für den Auftritt im Nationalteam beim Nationen-Preis „Future Champions“ in Hagen.

„Ganz nebenbei“ heimste Julie auch im Großpferde-Sattel reihenweise Top-Platzierungen ein. Neun Siege bei S-Springen verbuchte sie bis Mai auf ihrem Konto. Als sie im gleichen Monat beim vereinseigenen Turnier in Losheim das Zwei-Sterne-S-Springen gewann, war es soweit: Als jüngste deutsche Reiterin erhielt sie vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) das Goldene Reitabzeichen. „Darauf bin ich sehr stolz. Es war ein großes Ziel, das ich früh erreicht habe“, sagt Julie.

Auf den Lorbeeren ausruhen will sie sich nicht. Solange sie im Sattel sitzt, träumt Julie von einem EM-Start. Bereits im vergangenen Jahr schaffte sie es ins erweiterte Aufgebot. Die Reise nach Ungarn trat sie nicht an, aber sie verzagte nicht. Fortan trainierte sie noch fleißiger – und das zahlte sich für die bundesweit jüngste Trägerin des Goldenen Reitabzeichens jetzt aus. Diesmal kam Peter Teeuwen an einer EM-Nominierung von Thielen nicht vorbei. Nun ist es an Julie und „Bad man“ zu beweisen, dass der Bundestrainer aufs „richtige Pferd“ gesetzt hat.

In den Duellen mit der internationalen Ponyreiten-Elite warten im englischen Geläuf mächtige Oxer, luftige Steil- und knifflige Hoch-Weit-Sprünge. Die Herausforderung ist groß, aber das kongeniale Duo aus dem Saarland ist bereit. „Wir wollen was erreichen und werden alles geben. Eine Medaille ist zwar nicht unbedingt das Ziel, aber sie wäre ein Traum“, sagt Julie und weiß, dass sie mit „Bad Man“ auf dem Galopp ins mögliche Sonntags-Finale fehlerfrei bleiben muss. Und wer weiß, ob es bei der für den 25. August anberaumten Reitabzeichen-Party in eigener Reithalle mit dem Glück der Tüchtigen nicht noch einen weiteren Grund zum Feiern gibt.

 

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/merzig-wadern/losheim/fuer-julie-geht-ein-traum-in-erfuellung_aid-24252371